Auf einer schwimmenden Plattform im Südchinesischen Meer änderte sich die Geschichte.
Staatliche Medien berichten, es sei gelungen. Das erste Mal. Wirklich. Der Long March 10B startete am Freitag um 12:15 Uhr Ortszeit, kurz nach Mitternacht in London, in Hainan. Sechs Minuten später löste sich der Booster, fiel senkrecht auf die Erde zurück und blieb hängen.
Nicht abgestürzt. Erwischt.
Das ist enorm für Pekings Ambitionen. Sie wollen die USA herausfordern. SpaceX von Elon Musk und Blue Origin von Jeff Bezos haben den Markt für wiederverwendbare Produkte dominiert. Aber jetzt? Vielleicht nicht ausschließlich.
Die Ära der Einwegraketen geht schnell zu Ende.
Denken Sie darüber nach. Herkömmliche Raketen sind nach einem Flug Müll. Sie brechen auseinander, verglühen, versinken. Es ist verschwenderisch und brutal teuer. Die Wiederverwendung des Boosters – des teuren Teils – senkt die Kosten für den Transport von Dingen in den Weltraum. Satelliten? Günstiger. Erforschung? Zugänglicher.
SpaceX tat dies im Dezember 2015 mit Falcon 9. Blue Origin folgte letzten November mit New Glenn. Falcon 9 startet mittlerweile etwa 150 Mal pro Jahr, wobei die Booster Dutzende Male erneut fliegen. China hat es versucht. Ihr Versuch im Februar mit dem 10A-Modell führte zu einem kontrollierten Wasserabfluss in der Nähe einer Plattform. Gute Fortschritte, aber keine Landung.
Der 10B ist anders.
Es kann mindestens 16 Tonnen in eine erdnahe Umlaufbahn befördern. Damit liegt es hinsichtlich der Hubkapazität direkt mit dem Falcon 9. Die Wiederherstellungsmethode ist jedoch unterschiedlich. Die chinesische Rakete landet nicht autonom auf Beton oder einem Schiffsdeck.
Kein Aufsetzen. Stattdessen verfangen sich „Landehaken“ an der Rakete in einem Netz auf der schwimmenden Plattform.
Es funktioniert. Der Markt reagierte sofort. Aktien chinesischer Raumfahrtaktien wie China Spacesat und China Satellite Communication stiegen um 10 % und erreichten damit die von den Aufsichtsbehörden zugelassene Tagesobergrenze.
Ein Netz, ein paar Haken und eine sehr teure Rakete liegen jetzt im Wasser.
Im Vergleich zu den eleganten, punktgenauen Landungen der US-Pendants ist es ein umständlicher Tanz, aber umständlich effektiv. Wen kümmert es, wenn es auf dem Bauch landet oder an einer Bohrinsel hängt? Die Nutzlast steigt, die Rakete kommt unversehrt wieder herunter.
Der Wettlauf ins All ist gerade günstiger geworden. Und chaotischer.















