MGM veröffentlichte nicht nur Filme mit Elvis Presley in der Hauptrolle. Sie veröffentlichten Dokumentarfilme. Echte. Zwei abendfüllende Filme hielten seine Live-Auftritte auf dem absoluten Höhepunkt seiner Karriere fest. Das waren keine ausgefeilten Hollywood-Musicals. Es waren rohe, ungeschminkte Aufnahmen eines Mannes zurück auf der Bühne.
„Elvis – That’s the Way It Is“ kam zuerst. Es erschien im November 1970 und entstand rund um sein Engagement im August im International Hotel in Las Vegas. Der Film bietet Ihnen das volle Erlebnis. Etwa die Hälfte der Laufzeit ist reine Leistung. Sie sehen ihn auf der Bühne im Hauptraum. Bestimmte Abschnitte, wie seine Interpretationen von „Mystery Train“ und „Tiger Man“, wurden tatsächlich bei einem Phoenix-Konzert gefilmt. Aber der Rest? Das ist das Chaos hinter den Kulissen.
Man sieht ihn bei der Probe. Er bringt seine Band auf Vordermann. Er beherrscht neues Material für den Act. Dazwischen liegen Aufnahmen der massiven Werbekampagne in Las Vegas. Das Team schickte sogar ein Filmteam nach Luxemburg, um eine Elvis-Presley-Convention aufzuzeichnen. Es war ein globaler Moment.
Denis Sanders war Regisseur des Films. Er hatte bereits 1968 einen Oscar für den besten Dokumentarfilm für die Tschechoslowakei gewonnen. Die Kamera übernahm Lucien Ballard. Er nutzte acht Panavision-Kameras, um die Aufregung einzufangen. Das Ergebnis war sofort sichtbar. Der Film erhielt gute Kritiken. Der Hollywood Reporter bemerkte, dass Elvis wahrscheinlich der einzige lebende Entertainer war, der genügend Leute in ein Theater locken konnte, um einen Dokumentarfilm profitabel zu machen. Es stellte ihn einem jungen Publikum als Live-Performer vor. Sie erinnerten sich nicht an die 1950er Jahre. Sie kannten nur die Filme. Dieser Film hat das geändert.
Elvis auf Tour und kritischer Beifall
Zwei Jahre später veröffentlichte MGM einen weiteren Dokumentarfilm in Spielfilmlänge. Elvis on Tour wurde im Frühjahr 1972 gedreht und konzentrierte sich auf seine Roadshow während einer 15-Städte-Tournee. Dieser Film fängt die letzte Phase seiner Karriere auf ihrem Höhepunkt ein.
Pierre Adidge und Robert Abel haben es produziert. Sie hatten für ihre Rockdokumentation „Joe Cocker: Mad Dogs and Englishmen“ große Kritiken erhalten. Die Bearbeitung wurde von Martin Scorsese betreut. Er arbeitete auch an der Bearbeitung von Woodstock. Andrew Solt hat für den Film recherchiert. Später war er Co-Produzent von This Is Elvis und Imagine, einem Film über John Lennon.
Der Film gewann 1972 einen Golden Globe als bester Dokumentarfilm. Es bleibt der einzige Film von Elvis Presley, der mit einer Auszeichnung jeglicher Art geehrt wurde.
Die Kosten der Straße
Elvis‘ Rückkehr zum Konzertauftritt trug wahrscheinlich zum Scheitern seiner Ehe mit Priscilla bei. Er war die meiste Zeit von Graceland weg. Er sah Priscilla und seine Tochter Lisa Marie weniger, da seine Karriere und sein Lebensstil eine andere Richtung einschlugen. Das Tempo war horrend. Jeden Abend in einer anderen Stadt aufzutreten, machte das gemeinsame Reisen schwierig.
Elvis setzte auf der Straße eine „Keine Ehefrauen“-Regel durch. Es galt für ihn und alle Mitglieder der Memphis Mafia. Priscilla verließ Elvis Anfang 1972. Im darauffolgenden August reichte Elvis die Scheidung ein. Sein Anwalt brachte das Problem kurz und bündig auf den Punkt. Er veröffentlichte eine Erklärung, in der es hieß, Elvis sei sechs Monate im Jahr unterwegs gewesen. Das stellte eine enorme Belastung für die Ehe dar.
Im Oktober 1973 ließ sich das Paar offiziell scheiden. Es war eine einvernehmliche Trennung. Während des Verfahrens hielten sie Händchen. Arm in Arm verließen sie den Gerichtssaal.
Die Jahre 1969 bis 1973 waren für Elvis unglaublich kreativ. Er kehrte zu Live-Auftritten zurück. Er entwickelte einen neuen Sound. Er entwickelte ein neues Image. Es ersetzte vollständig das Image eines singenden Filmstars, von dem er glaubte, dass es nie seinen Talenten entsprach. In Gold und Juwelen gekleidet machte dieser Elvis Presley den Titeln „World’s Greatest Entertainer“ und „The King of Rock ’n‘ Roll“ alle Ehre.
Mitte der 1970er Jahre begannen ihn die ständigen Tourneen zu belasten. Der physische Tribut stieg. Die mentale Belastung folgte. Das Ende der Straße nahte.
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