Vergessen Sie, nur die Sonne zu beobachten.
Dieser Rat hat sich nicht geändert, aber alles andere könnte sich ändern. QIMR Berghofer-Forscher haben gerade die weltweit größte Studie zu „Molinese“ – dem genetischen Stoff hinter Muttermalen – zusammengestellt und mehr als 250 Gene gefunden, die mit dem Melanomrisiko verbunden sind. Es wurde in Nature Communications veröffentlicht und ist ein gewaltiger Fortschritt gegenüber dem, was wir vor fünf Jahren wussten.
Warum Maulwürfe wichtig sind
Die meisten Menschen glauben, dass Melanome auf Sonnenbrand oder helle Haut zurückzuführen sind.
Sicher. Das sind Risiken. Aber diese Studie weist auf etwas Tieferes hin, das unabhängig von der Pigmentierung ist. Die neuen Erkenntnisse beleuchten biologische Wege, die damit zusammenhängen, wie das Immunsystem das Zellwachstum reguliert. Stellen Sie sich vor, dass es den Immunmechanismen nicht gelingt, die Spaltung zu bremsen. Auch hier gibt es Gene, die mit einer unkontrollierten Vermehrung bei Brust- oder Prostatakrebs in Verbindung stehen.
Das Verständnis, wie diese Wege blockiert werden können, öffnet die Tür zu Wirkstoffzielen, die nichts mit Sonnenschutzmitteln zu tun haben.
Matthew Law, Leiter des Labors für Genetik und Hautkrebs, lässt nicht locker. Er stellt fest, dass Australien immer noch die höchste Melanomrate der Welt hat. Jährlich sterben dort etwa 1.400 Menschen. Wir haben SunSmart-Richtlinien. Wir haben Immuntherapien, die einige gerettet haben. Dennoch spricht die Hälfte der Patienten im Spätstadium immer noch nicht auf diese Medikamente an. Menschen werden immer noch krank. Es sterben immer noch Menschen.
Also schauten sie sich Maulwürfe an.
Von harmlos bis tödlich
Sowohl Muttermale als auch Melanome beginnen in Melanozyten – den Zellen, die der Haut ihre Farbe verleihen. In einem gutartigen Muttermal vermehren sich diese Zellen und hören dann auf. Einfach. Harmlos. Beim Melanom hören sie nicht auf.
Die Genetik bestimmt, wie viele Muttermale man bekommt. Mehr Muttermale bedeuten normalerweise ein höheres Risiko. Ungefähr ein Drittel aller Melanome entstehen tatsächlich in einem Muttermal, das Sie bereits haben.
Das Team hat genetische Daten von über 85.00 Europäern ausgewertet. Sie fanden 24 neue genetische Regionen, die mit der Anzahl der Muttermale verknüpft sind. Fünfmal so viele wie beim vorherigen Benchmark aus dem Jahr 2018. Alle bis auf eine dieser Regionen wiesen auch auf ein Melanomrisiko hin. Damit haben wir mehr als 250 spezifische Gene, die genauer untersucht werden müssen.
Die SIKE1-Verbindung
Ein herausragendes Produkt ist SIKE1.
Dieses Gen hilft normalerweise bei der Steuerung von Immunreaktionen auf Viren. Wenn es kaputt geht, geht das Team davon aus, dass das Immunsystem seine Fähigkeit verliert, unerwünschte Melanozyten zu erkennen und abzutöten. Sie wachsen unkontrolliert. Krebs wächst. SIKE1 könnte das nächste große Ziel für Immuntherapien im Frühstadium werden.
Shanika Jayasinghe, Hauptautorin des Papiers, sieht dies als Teil eines Vermächtnisses. Das Institut verfolgt seit Jahrzehnten Zwillinge und Genome. Dadurch wird nur noch detaillierter erklärt, warum manche Menschen mit Muttermalen übersät sind und andere an Krebs erkranken.
Sie haben sogar ein Tool dafür entwickelt: einen Polygenic Risk Score.
Screening anhand der Zahlen
Diese Punktzahl ist nicht nur akademisch.
Es identifiziert Menschen, die genetisch darauf vorbereitet sind, jede Menge Muttermale zu haben. Das bedeutet, dass Personen mit hohem Risiko früher gemeldet werden könnten. Sie würden genauer beobachtet werden. Die Erkennung verbessert sich, bevor es zu spät ist.
Was kommt als nächstes?
Größere Datensätze. Mehr Jagd nach genetischen Zusammenhängen. Die Forscher stellen auch eine einfachere Frage: Gibt es bereits Medikamente, die diese neuen Wege beschreiten? Die Wiederverwendung alter Medikamente ist billiger und schneller, als von Grund auf neue zu erfinden.
Warum auf neue Chemie warten, wenn bestehende Medikamente möglicherweise wirken, wenn sie auf den richtigen Schalter ausgerichtet sind?
Der Verdienst gebührt Tausenden von Teilnehmern in dreizehn Studien, vom QSkin-Projekt bis zur Australian Genetics of Depression Study, ohne ihre Daten würden die Gene nicht zu Wort kommen.
Die Karte ist jetzt klarer. Wir sehen, wo sich das Risiko in der DNA verbirgt. Aber es ist noch ein langer Weg, aus einer Liste von Genen ein Heilmittel zu machen, das die Krankheit im Keim erstickt. Im Moment haben wir Ziele. Und eine Erinnerung daran, dass es beim Betrachten von Muttermalen nicht nur um die Ästhetik geht, sondern ums Überleben.
Was passiert, wenn wir diese Schalter tatsächlich betätigen, bleibt abzuwarten.















