China klopft nicht mehr nur an die Tür zum Weltraum. Es macht einen drauf. Die Volksrepublik hat einen Fahrplan entworfen, der sich wie Science-Fiction liest, die in einen Haushaltsposten umgewandelt wurde. Die Rede ist von Mondmissionen. Marsexpeditionen. Und eine eigene permanente Raumstation.

Manche Beobachter betrachten diese Pläne mit echter Skepsis. Sie fragen sich, ob der Ehrgeiz die technische Realität übertrifft. Andere? Sie betrachten Chinas explosives Wirtschaftswachstum und nicken. Das Geld ist da. Die Industriekapazität ist vorhanden. Die Frage ist nicht wirklich, ob diese Dinge passieren können. Es ist wann.

Was genau plant Peking also für die nächsten Jahre? Hier ist die Aufschlüsselung der kritischsten Missionen in den Büchern.

Die Mondbasisstrategie

Der Mond ist kein Ziel mehr. Es ist ein Testgelände. Zu Chinas langfristiger Vision gehört die Errichtung einer Forschungsstation auf der Mondoberfläche. Hier geht es nicht darum, eine Flagge zu hissen und dann wegzufahren. Es geht darum, an Ort und Stelle zu bleiben.

Der Kern dieser Bemühungen ist die International Lunar Research Station (ILRS). Während der Name eine globale Partnerschaft suggeriert, ist die Führung eindeutig chinesisch. Der Plan sieht vor, zunächst mehrere Robotermissionen zu starten, um Ressourcen zu kartieren. Dann Landungen mit Besatzung. Das Ziel ist eine nachhaltige menschliche Präsenz.

„China betrachtet den Mond nicht als letzte Grenze, sondern als Sprungbrett für eine tiefere Weltraumforschung.“

Diese Basis dient einem doppelten Zweck. Es testet Technologien für Langzeitaufenthalte. Es sichert auch Chinas Position in einem potenziell ressourcenreichen Umfeld. Helium-3, Wassereis, Seltenerdmineralien. Der strategische Wert ist immens.

Mars: Der nächste große Sprung

Wenn der Mond das Übungsfeld ist, ist der Mars das Meisterschaftsspiel. Chinas Raumfahrtbehörde CNSA bereitet sich seit über einem Jahrzehnt stillschweigend auf eine Marslandung vor.

Der Erfolg der Tianwen-1 -Mission veränderte die Diskussion. Als der Rover Zhurong im Jahr 2021 erfolgreich landete, war China erst die zweite Nation, die einen Rover auf dem Roten Planeten landete und betrieb. Die USA hatten es geschafft. Russland hat es versucht und ist gescheitert. China hat es geschafft.

Zukünftige Pläne deuten auf Probenrückführungsmissionen hin. Dies ist der heilige Gral der Planetenwissenschaft. Die Rückführung von Marsboden auf die Erde erfordert ein Maß an Präzision, das die meisten Länder noch nicht bewiesen haben. Der Zeitplan deutet auf ein Startfenster in der Mitte der 2030er Jahre hin.

Warum ist das wichtig? Es geht nicht nur darum, mit Rechten zu prahlen. Der Mars bietet Hinweise auf den Ursprung des Lebens. Es liefert Daten darüber, wie man außerhalb des Planeten überleben kann. Und es zwingt Ingenieure dazu, Probleme zu lösen, die noch niemand gelöst hat.

Die Raumstation Tiangong

Sie können nicht nach den Sternen greifen, wenn Sie Ihr eigenes Haus nicht in Ordnung halten können. Die Raumstation Tiangong befindet sich bereits im Orbit. Es ist voll funktionsfähig. Es beherbergt internationale Crews aus Entwicklungsländern.

Aber die Arbeit ist noch nicht getan. Tiangong ist ein Labor. Es testet biologische Experimente in der Schwerelosigkeit. Es studiert Materialwissenschaften. Es baut das Muskelgedächtnis für eine langfristige orbitale Besiedlung auf.

Die Station bleibt mindestens bis 2030 im Orbit. Danach? Es wird desorbiert. Aber nicht bevor es zu einem Eckpfeiler der chinesischen Weltrauminfrastruktur geworden ist. Es ist das Launchpad

Wu Yanhua nahm kein Blatt vor den Mund. Das Ziel der chinesischen Raumfahrtbehörde ist klar. Bis 2030 wollen sie zu den führenden Raumfahrtnationen der Erde gehören. Großes Gerede? Vielleicht. Aber die Zahlen belegen es. Ihre Luft- und Raumfahrtindustrie wächst im gleichen rasanten Tempo wie ihre Wirtschaft. Vor Jahrzehnten kaufte Peking veraltete Raketen von Russland. Heute konkurriert der Long March 5-Booster direkt mit amerikanischen Schubsystemen. Und seit 2016 kreist eine kompakte Raumstation stetig um die Erde.

Die Flugbahn ist klar. Sie schauen nicht mehr nur zu. Sie bauen.

Warum Chang’e 4 die dunkle Seite des Mondes ins Visier nimmt

2018 sollte für Peking ein arbeitsreiches Jahr werden. Es waren 40 Starts geplant. Das ist eine doppelt so hohe Zahl wie im Vorjahr. Aber die eigentliche Schlagzeile war nicht die Lautstärke. Es war das Ziel.

Ziel der Mission Chang’e 4 war eine sanfte Landung im Herbst 2018. Dies war ihr zweiter Versuch einer Mondlandung. Zur Nutzlast gehörte ein Rover, der Mondgestein und Boden analysieren sollte. Standardverfahren? Nein. Der Clou war der Ort. Chang’e 4 zielte auf die andere Seite des Mondes. Noch nie war dort ein Raumschiff gelandet.

Die andere Seite bleibt weitgehend unerforscht. Es ist immer von der Erde weggewandt. Wir sehen es nie. Deshalb wird es als „dunkle Seite“ bezeichnet. Im Hinblick auf das Sonnenlicht ist es nicht dunkel. Es ist dunkel, was die Sicht betrifft. Dort zu landen ist ein logistischer Albtraum. Die Kommunikation mit der Erde wird durch die Masse des Mondes blockiert. Signale müssen von einem Relaissatelliten reflektiert werden. Experten hielten es für unmöglich. Sie lagen falsch. Es war machbar.

Jenseits des Landeplatzes

Die Daten von Chang’e 4 sind nicht nur für Geschichtsbücher gedacht. Es ist grundlegend. Die Ergebnisse werden dazu beitragen, die Weichen für künftige bemannte Missionen zu stellen. Wann werden chinesische Astronauten die Mondoberfläche betreten? Niemand weiß es genau. Die Zeitleiste ist verschwommen.

Doch die Pläne gehen über einen einfachen Fußabdruck hinaus. China arbeitet nicht mehr isoliert. Sie arbeiten mit der Europäischen Weltraumorganisation zusammen. Das Konzept? Ein „Monddorf“. Dies ist nicht nur eine Übung zum Hissen von Fahnen. Es ist ein Außenposten. Ein Knotenpunkt. Überlegen Sie, was das bedeutet. Es könnte als Startrampe für Marsmissionen dienen. Es könnte den Tourismus unterstützen. Es könnte den Abbau seltener Ressourcen erleichtern.

Pal Hvistendahl von der ESA brachte es auf den Punkt. Die Chinesen haben ein aggressives Mondprogramm parat. Die Landschaft hat sich verändert. Es sieht nicht mehr wie das Rennen der 1960er Jahre aus. Die Dynamik der Weltraumforschung hat sich verändert. Wenn der Weltraum für friedliche Zwecke genutzt werden soll, ist internationale Zusammenarbeit nicht nur „nice to have“. Es ist notwendig.

Der Mond war einst ein Schlachtfeld für Ideologien. Jetzt sieht es aus wie eine Werkstatt. Der Wandel ist subtil, aber tiefgreifend. Wir bewegen uns vom Wettbewerb zur Infrastruktur. Von Fahnen bis zu Fundamenten.

Bedeutet das, dass die Rivalität im Kalten Krieg vorbei ist? Nicht ganz. Aber die Einsatzregeln werden neu geschrieben. Und Peking hilft dabei, die Feder zu behalten.

Der Rote Planet war schon immer der ultimative Horizont für Träumer und Wissenschaftler gleichermaßen. Wird es da draußen außerirdisches Leben geben? Könnten Menschen noch zu Lebzeiten über die staubige Oberfläche wandern? China stellt dieselben Fragen. Im Juli oder August 2020 startete Peking seine erste spezielle Marsmission. Es handelte sich um ein zweiteiliges Projekt, bei dem ein Orbiter und ein Rover zur Landung auf der Oberfläche vorgesehen waren.

Zhang Rongqiao, der Chefdesigner dieser Marsmission, stellte fest, dass der Fortschritt angesichts der schieren Schwierigkeit interplanetarer Reisen überraschend reibungslos verlief. Das Ziel bestand nicht nur darin, hinzusehen. Der Rover hatte die Aufgabe, die Atmosphäre und die Bodenchemie zu analysieren. Es suchte nach den Grundbausteinen des Lebens und scannte den Mars-Regolith nach Anzeichen dafür, dass der Planet nicht völlig unfruchtbar war.

Das war erst der Anfang. Die chinesische Raumfahrtbehörde hat weitaus größere Pläne auf dem Tisch. Ihr Ziel ist es, innerhalb der nächsten Jahre Marsboden zur Erde zurückzubringen. Noch größere Träume bestehen darin, irgendwann zwischen 2040 und 2060 Menschen auf den Roten Planeten zu schicken. Diese Daten liegen noch in weiter Ferne. Details bleiben vage, aber die Richtung ist klar.

Expansion über die niedrige Erdumlaufbahn hinaus

Der Mars ist das lange Spiel. Kurzfristig konzentriert sich China auf seine eigene Orbitalinfrastruktur. Die Vereinigten Staaten blockierten 2007 den Zugang Chinas zur Internationalen Raumstation (ISS) mit der Begründung nationaler Sicherheitsbedenken. Diese Ablehnung zwang Peking, seine eigenen Fähigkeiten aufzubauen, anstatt sich auf eine westliche Partnerschaft zu verlassen.

Tiangong-1, Chinas erster Prototyp eines Weltraumlabors, sorgte nicht wegen seiner Leistung für Schlagzeilen, sondern wegen seines Endes. Es verließ die Umlaufbahn und stürzte im April 2018 in den Pazifischen Ozean. Tiangong-2 folgte, aber es war eine vorübergehende Lösung. Die Kapsel maß nur vier mal zehn Meter. Es konnte maximal dreißig Tage lang zwei Taikonauten aufnehmen. Es war ein Proof of Concept, kein Zuhause.

Der eigentliche Wandel begann mit dem Bau einer permanenten Station. Der neue Komplex soll etwa im Jahr 2022 fertiggestellt werden und besteht aus mehreren Modulen. Ihr Design erinnert an die Mir-Station aus der Sowjetzeit, die als modularer Vorläufer der heutigen ISS diente.

Die Raumstation Tiangong: Eine neue Ära

Das Kernmodul mit dem Namen Tianhe-1 wurde 2019 in die Umlaufbahn gebracht. Dies markierte den Beginn einer dauerhaften menschlichen Präsenz im von China kontrollierten Weltraum. Im Gegensatz zu den beengten Kapseln der Vergangenheit können in der neuen Station drei Taikonauten über längere Zeiträume an Bord leben und arbeiten. Versorgungsmodule befanden sich bereits im Erdorbit und waren bereit, die Besatzung mit Nahrung und Treibstoff zu versorgen.

Warum ist das gerade jetzt wichtig? Timing ist alles. Die ISS, die von einer Koalition westlicher und russischer Partner betrieben wird, soll etwa 2028 außer Betrieb genommen werden. Wenn Chinas Station in Betrieb bleibt, könnte sie das einzige aktive bemannte Weltraumlabor im erdnahen Orbit werden.

Dabei geht es nicht nur um Prestige. Es geht um Unabhängigkeit. Eine autarke Orbitalplattform zu haben bedeutet, dass China seine eigene Forschungsumgebung kontrolliert. Es kann Experimente ohne politische Einschränkungen durchführen. Es kann internationale Partner zu seinen eigenen Bedingungen aufnehmen. Während die ISS verblasst, steht die Tiangong-Station bereit, die Lücke zu füllen.

Die Auswirkungen sind enorm. In der Mikrogravitation auf Tiangong gesammelte wissenschaftliche Daten werden zum globalen Wissen beitragen. Medizinische Forschung, Materialwissenschaften und Atmosphärenstudien werden davon profitieren. Aber es gibt auch eine strategische Dimension. Die Kontrolle über das einzige verbleibende Weltraumlabor in den 2030er Jahren verschafft Peking einen erheblichen Einfluss