Nach dem großen Erfolg ihres Titels Warhammer 40.000: Rogue Trader wechselt Owlcat Games mit seinem kommenden Projekt The Expanse: Osiris Reborn von isometrischen CRPGs zu einer Third-Person-Perspektive.

Basierend auf dem gefeierten Science-Fiction-Universum zielt das Spiel darauf ab, tiefgründige erzählerische Entscheidungen mit anspruchsvollen taktischen Kämpfen zu verbinden. Während erste Vergleiche auf die DNA von Klassikern wie Mass Effect hinweisen, legen die Entwickler Wert auf eine fundiertere, physikbasierte Herangehensweise an das Genre.

Gameplay: Taktischer Kampf und Zero-G-Physik

Im Kern ist Osiris Reborn ein Third-Person-Cover-Shooter. Das Spiel konzentriert sich jedoch nicht ausschließlich auf zuckende Reflexe, sondern legt Wert auf taktische Tiefe durch Umweltzerstörung und Spezialfähigkeiten.

Eines der ehrgeizigsten Features ist die Implementierung eines Schwerelosigkeitskampfes. Im Gegensatz zu vielen Weltraumspielen, die Vakuumumgebungen lediglich als ästhetische Veränderungen behandeln, integriert Owlcat die Physik direkt in die Spielmechanik:

  • Bewegung: Spieler werden magnetische Stiefel verwenden, um über Oberflächen zu navigieren, aber das Fehlen einer festen Richtung „oben“ oder „unten“ wird die Art und Weise, wie Spieler sich während Feuergefechten orientieren, grundlegend verändern.
  • Adaptive Waffen: Geräte und Waffen sind so konzipiert, dass sie in verschiedenen Schwerkraftzuständen funktionieren. Beispielsweise wird eine Brandgranate im Vakuum zu einer „Termitenladung“, da herkömmliche Flammen im Weltraum nicht existieren können.
  • Erkundung: Spieler können Drohnen einsetzen, um durch Trümmerfelder und Asteroidengürtel zu navigieren, eine Anspielung auf die technischen Pilotenmanöver der Originalserie.

Erzählung und die „Squad“-Dynamik

Das Spiel ist in der etablierten Kontinuität von The Expanse angesiedelt und läuft parallel zu den Ereignissen der ersten beiden Staffeln. Obwohl es eine eigenständige Geschichte bietet, enthält es Cameo-Auftritte aus der Serie, um langjährige Fans zu belohnen.

Eine zentrale Säule des Erlebnisses ist das Begleitersystem, das stark von den legendären RPG-Strukturen von BioWare inspiriert ist.
Verschiedene Ursprünge: Die Spieler interagieren mit einer Gruppe von sechs Gefährten, deren Persönlichkeiten und Perspektiven durch ihre Herkunft als Belters, Marsianer oder Earther geprägt sind.
Professionalität statt Protagonistensyndrom: Anstatt das Zentrum jedes Universums zu sein, leiten die Spieler ein „Team von Profis“. Ziel der Entwickler ist es, den Gefährten das Gefühl zu geben, dass sie sich wie autonome Experten fühlen, die auch dann weiter agieren, wenn der Spieler auf einer Solo-Mission unterwegs ist.

Warum das für das Genre wichtig ist

Seit Jahren ist das RPG-Genre „Weltraumoper“ zwischen zwei Extremen gefangen: hyperstilisierter Weltraumfantasie und übermäßig komplexen Simulatoren. Durch die Anlehnung an die „harten Science-Fiction“-Wurzeln von The Expanse versucht Owlcat, diese Lücke zu schließen.

Der Fokus darauf, wie sich die Physik – wie der Sauerstoffmangel für das Feuer oder die Flugbahn einer Granate in der Schwerelosigkeit – auf das Gameplay auswirkt, deutet auf den Wunsch hin, eine Welt zu schaffen, die sich konsequent und realistisch anfühlt und nicht nur eine Kulisse für Action.

„Der Kern des Spiels ist ein Third-Person-Cover-Shooter … wir haben [Fähigkeiten] so konzipiert, dass sie sowohl für die Abschnitte mit Schwerkraft als auch ohne Schwerkraft geeignet sind.“ — Leonid Rastorguev, Game Design Director

Blick nach vorne

Das Entwicklungsteam geht schnell auf eine geschlossene Beta zu, die am 22. April 2026 beginnen soll. Diese Testphase wird entscheidend dafür sein, wie gut sich der Übergang vom traditionellen Schwerkraft- zum Schwerelosigkeitskampf für die Spielerbasis anfühlt.

The Expanse: Osiris Reborn versucht, die erzählerische Kraft eines klassischen Rollenspiels mit einem taktischen Kampfsystem zu kombinieren, das die raue, unerbittliche Physik des Weltraums respektiert.