Die NASA hat der Öffentlichkeit versichert, dass die vorzeitige Rückkehr der Crew-11-Astronauten von der Internationalen Raumstation (ISS) die Vorbereitungen für die mit Spannung erwartete Artemis-2-Mission – den ersten bemannten Mondflug seit über einem halben Jahrhundert – nicht beeinträchtigen wird. Die Entscheidung, die Besatzung vorzeitig zurückzubringen, ist auf ein nicht bekannt gegebenes medizinisches Problem bei einem der Astronauten zurückzuführen, das zu einem seltenen vorzeitigen Abflug von der ISS führte.

Medizinisches Problem veranlasst Crew-11 zur Rückkehr

Am 7. Januar gab die NASA die Absage eines geplanten Weltraumspaziergangs aufgrund gesundheitlicher Bedenken eines Besatzungsmitglieds bekannt. Am folgenden Tag bestätigte die NASA die Entscheidung, die vier Astronauten – Zena Cardman und Michael Fincke (USA), Kimiya Yui (Japan) und Oleg Platonov (Russland) – früher als geplant zur Erde zurückzubringen. Obwohl die Beamten behaupten, der Zustand sei stabil, ist dies das erste Mal, dass eine Besatzungsrotation aus medizinischen Gründen abgebrochen wurde. Die Besatzung startete am 1. August 2025 an Bord der Crew Dragon Endeavour von SpaceX mit einer geplanten sechsmonatigen Mission.

Artemis 2 bleibt im Zeitplan

Trotz logistischer Bedenken erklärte NASA-Administrator Jared Isaacman am 8. Januar, dass der Zeitplan für Artemis 2 davon unberührt bleibe. Die Rakete „Space Launch System“ (SLS) soll frühestens am 5. Februar zur Startrampe rollen und abheben. Beim Artemis-Programm, das darauf abzielt, eine nachhaltige menschliche Präsenz auf dem Mond zu etablieren, kam es bereits zu Verzögerungen, aber die NASA besteht darauf, dass die Rückkehr der ISS-Besatzung nicht zu weiteren Rückschlägen beitragen wird.

Crew-Rotationen und Mondambitionen in Einklang bringen

Der vorzeitige Abgang von Crew-11 wirft Fragen über die Fähigkeit der NASA auf, die Besatzungsrotationen mit ihrer ehrgeizigsten Mission seit Jahrzehnten zu koordinieren. Im Idealfall würde die Agentur es vorziehen, Crew-12 vor dem Abflug von Crew-11 zu starten, ein Standardverfahren für ISS-Operationen. Die NASA prüft aktiv die Möglichkeit, den Start von Crew-12, der derzeit für Mitte Februar geplant ist, zu beschleunigen, um eine Personallücke auf der Station zu vermeiden.

Artemis 2: Eine historische Rückkehr in die Mondumlaufbahn

Artemis 2 wird die NASA-Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und den kanadischen Astronauten Jeremy Hansen auf einem zehntägigen Flug um den Mond und zurück befördern. Diese Mission ist der zweite Teil des Artemis-Programms der NASA und baut auf dem Erfolg der unbemannten Artemis-1-Mission im Jahr 2022 auf. Artemis 2 stellt einen entscheidenden Schritt in Richtung Artemis 3 dar, deren Ziel es ist, zum ersten Mal seit dem Ende der Apollo-Missionen im Jahr 1972 Astronauten auf der Mondoberfläche zu landen.

„Zu diesem Zeitpunkt wären dies völlig getrennte Kampagnen“, sagte Isaacman während der Pressekonferenz. „Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass es zu Überschneidungen kommen würde, die wir beseitigen müssten.“

Letztendlich ist es der NASA ein Anliegen, sowohl die Sicherheit der Astronauten auf der ISS zu gewährleisten als auch die Dynamik des Artemis-Programms aufrechtzuerhalten. Die Agentur bewältigt aktiv die logistischen Herausforderungen, um Störungen bei der historischen Rückkehr zu Mondmissionen zu vermeiden.