Jahrzehntelang stützte sich unser Verständnis der Dimensionen des Jupiter auf Daten der Voyager- und Pioneer-Missionen der 1970er Jahre. Dank der Juno-Sonde der NASA und fortschrittlicher Datenverarbeitung haben Wissenschaftler nun unser Wissen über die Größe und Form des Gasriesen mit beispielloser Genauigkeit verfeinert.
Die überarbeiteten Maße
Die neuesten Daten zeigen, dass Jupiters Äquatorradius 71.488 Kilometer (44.421 Meilen) beträgt, während sein Polarradius 66.842 Kilometer erreicht. Dies bedeutet, dass Jupiter am Äquator etwa 4 Kilometer schmaler und an den Polen 12 Kilometer „flacher“ ist als bisher angenommen.
Obwohl diese Anpassungen scheinbar geringfügig sind, sind sie für die Planetenmodellierung von Bedeutung. „Diese wenigen Kilometer sind wichtig“, erklärt Eli Galanti, Planetenforscher am Weizmann Institute of Science. „Durch eine geringfügige Verschiebung des Radius passen unsere Modelle des Jupiterinneren viel besser sowohl zu den Schwerkraftdaten als auch zu atmosphärischen Messungen.“
Wie die neuen Daten erfasst wurden
Die älteren Schätzungen stammen aus der Radiookkultation (RO) – Messung der Art und Weise, wie Jupiters Atmosphäre Radiosignale von den Sonden Voyager und Pioneer beugte. Den Astronomen standen nur sechs RO-Messungen zur Verfügung, bis die NASA Juno im Jahr 2021 neu positionierte. Diese neue Umlaufbahn ermöglichte regelmäßige RO-Messungen in Kombination mit verbesserten Datenverarbeitungstechniken und lieferte ein klareres Bild der Größe von Jupiter.
Maria Smirnova, eine weitere Planetenforscherin am Weizmann-Institut, stellt fest, dass die Verfolgung der Ausbreitung von Radiosignalen durch die Atmosphäre des Jupiter es Wissenschaftlern ermöglichte, detaillierte Karten seiner Temperatur und Dichte zu erstellen.
Der Einfluss atmosphärischer Winde
Bisherige Größenschätzungen mussten die Auswirkungen der starken Jupiter-Winde ignorieren. Neuere Studien haben diese Winde jedoch gemessen, sodass Galanti und sein Team diese Daten in ihre Berechnungen einbeziehen konnten. Die Einbeziehung von Windeffekten sowie präzisere RO-Messungen haben zu neuen, verfeinerten Abmessungen geführt.
Warum das wichtig ist
Ein Unterschied von nur wenigen Kilometern scheint nicht viel zu sein, aber genaue Messungen sind entscheidend für das Verständnis von Gasriesen. Diese Verfeinerungen verbessern unsere Planetenmodelle und liefern wertvolle Einblicke in die innere Struktur von Jupiter. Im weiteren Sinne erweitert diese Arbeit unsere Fähigkeit, Gasriesen sowohl innerhalb unseres Sonnensystems als auch darüber hinaus zu untersuchen, und hilft uns, die Entstehung und Entwicklung von Planetensystemen zu verstehen.
Genaue Messungen von Gasriesen wie Jupiter sind für die Verfeinerung unseres umfassenderen Verständnisses der Planetenwissenschaft unerlässlich. Die verbesserten Daten ermöglichen eine bessere Modellierung der inneren Strukturen, was Aufschluss über die Entstehung und Entwicklung von Planetensystemen geben kann.















